Kurzantwort: Mautzuschläge werden oft pauschal oder prozentual durchgereicht und selten geprüft – obwohl nicht jede Pauschale der realen Belastung entspricht. Bei 2 Mio. € Frachtkosten bedeuten schon 3 % zu viel Mautzuschlag 60.000 € pro Jahr. Die Lösung: die Logik der Zuschläge verstehen, benchmarken und verhandeln.
Mautkosten werden oft einfach durchgereicht. Und genau deshalb werden sie selten hinterfragt. Viele Speditionen berechnen Mautzuschläge pauschal, prozentual oder über eigene Formeln. Das kann völlig legitim sein – aber es sollte geprüft werden. Denn nicht jede Pauschale entspricht automatisch der realen Belastung.
Warum Maut so leicht zu viel kostet
Mautzuschläge sind eine der intransparentesten Positionen auf der Frachtrechnung. Sie laufen mit, Rechnung für Rechnung, ohne dass jemand die zugrunde liegende Formel hinterfragt. Wurde die Berechnung nach gesetzlichen Änderungen überhaupt angepasst? Wird die Maut zusätzlich berechnet, obwohl sie bereits in der Fracht enthalten ist?
Ein Rechenbeispiel
Ein Unternehmen mit 2 Mio. € jährlichen Frachtkosten, das nur 3 % zu viel Mautzuschlag zahlt, verliert 60.000 € pro Jahr. Ohne neue Kunden, ohne neue Mitarbeiter, ohne neue Produkte – einfach durch mangelnde Transparenz. Umsatz ist sichtbar; Kostenlecks sind leise. Und Maut gehört zu den leisesten Positionen überhaupt.
Diese Fragen sollten Sie stellen
- Welche Strecken werden tatsächlich gefahren?
- Welche Fahrzeugklassen werden angesetzt?
- Wird pauschal auf alle Sendungen gerechnet?
- Gibt es doppelte Zuschläge?
- Ist die Maut bereits in der Fracht enthalten – und wird trotzdem zusätzlich berechnet?
- Wurde die Formel nach gesetzlichen Änderungen angepasst?
Häufige Fragen
Sind Mautzuschläge verhandelbar? Die staatliche Maut selbst nicht, aber die Art ihrer Weiterberechnung durch die Spedition – Pauschalen, Formeln und Bemessungsgrundlagen sind Verhandlungsgegenstand.
Wie erkennt man doppelte Mautberechnung? Durch den Abgleich der Frachtkonditionen mit den Zuschlagspositionen: Ist die Maut bereits in der Rate kalkuliert, ist ein zusätzlicher Zuschlag nicht gerechtfertigt.
Wie prüft man Mautkosten richtig? Nicht über die Gesamtrechnung, sondern über die Logik der Zuschläge: Strecken, Fahrzeugklassen, Bemessungsgrundlage und Aktualität der Formel.
Fazit
Das klingt technisch – aber genau dort entsteht Marge. Wer Mautkosten nicht nur als Gesamtsumme akzeptiert, sondern die Logik versteht und verhandelt, holt sich planbar EBITDA zurück.
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Über den Autor Tom Illauer ist Gründer von Von Falkenrath & Company, Geschäftsführer eines Handelsunternehmens sowie Diplom-Betriebswirt und Diplom-Investmentbanker. Frachtnebenkosten kennt er aus der Praxis eines versendenden Unternehmens.